Wie viele Konflikte auf der Welt werden durch religiöse Motive ausgelöst oder zumindest verschärft?
Wie viel Unsicherheit im Umgang unter den Mitmenschen entsteht durch Nichtwissen, falsche Annahmen oder den Anspruch auf die absolute Wahrheit?
Und welche Wahrheit ist die Allerhöchste? Wenn wir uns die Menschen dieser Welt anschauen: Können wir allen Ernstes behaupten, die einen wären mehr Gottes Kinder als die anderen? Kinder bringen vor allem eines mit in ihr Leben: Neugierde. Vorbehaltlose, unvoreingenommene Neugierde mit der Fähigkeit zum Staunen.
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Bravo! Ich fühle und denke wohl etwas ähnlich: Es gibt keine angeborenen Grenzen, die die Menschen voneinander trennen, und noch weniger gibt es (für reife Menschen, aber eben auch für unverzogene Kinder) von Göttern geforderte Abgrenzungen oder göttliche Tötungsaufrufe.
Das aber wäre manch einem zu sehr Konsens, zu wenig Konkurrenz, und damit vielen zu langweilig. Gewalt und Sadismus sind anscheinend prickelnd-aufregend; Fanatismus schafft (brutale) Gewissheiten; Fundamentalismus schafft (vermeintliche) Übersicht.
Nun ja, auch Kinde können grausam sein, ein wenig Ermutigung und beispielhaftes Vorleben von „gleicher Augenhöhe“ und „fair play“ bedarf schon einer veritablen Kultur; im machtvakuum eines ‘anything goes’ leiden die Opfer unnötig und gehen die Täter unsanktioniert aus.
Europa hat Hexen verbrannt. Das war keine (gute, humane) Religion. Bis heute ruft der Islam zum Apostatenmord auf. Toleranz kann für den Sanfteren tödlich sein.
Wie minimieren wir nachhaltig die verschiedensten Formen von Ausbeutung und Gewalt? Die Mensche, die den Rest der Welt mit ihrer „Wahrheit“ beglücken wollen, tragen womöglich zum Tugendterror (Savonarola, Calvin, Aghanistans Taliban) bei.
Um universelle Werte muss gerungen werden.
Der absolute Wert jedes Menschen – auch das ist ganz wichtig. Frauen dürfen nicht „weniger wert“ sein. Oder: Ungläubige. Oder: Apostaten. Oder: Frauen ohne Kopftuch
Jacques Auvergne
Sägefisch
http://jacquesauvergne.wordpress.com/